|
"Ökostromausbau läuft zu wenig ambitioniert"
|
|
|
Voraussetzung dafür sei jedoch die Schaffung der nötigen gesetzlichen Rahmenbedingungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien. "Wir sind noch immer führend im Bereich der Biomassetechnologien und es gibt hervorragende Zuliefererfirmen für Windkrafttechnologie und Photovoltaik-Anlagen. Wir sind aber noch nicht so gut bei der Zielsetzung zur Nutzung erneuerbarer Energien im eigenen Land und ruhen uns auf dem hohen Anteil der Wasserkraft aus." "Investoren planen in den Nebel hinein" Dem aktuellen Ökostromgesetz attestiert der ehemalige niederösterreichische Umweltlandesrat "große Schwächen und fehlenden Offensivcharakter". Zwar ermögliche das Gesetz mit dem neuen Tarif in Höhe von 9,7 Cent nun wieder Investitionen in die Windenergie, Plank kritisiert aber die fehlenden langfristigen Rahmenbedingungen. "Die Projektentwicklung dauert in diesem Bereich eineinhalb bis zwei Jahre, der Tarif gilt aber nur für das Jahr 2010. Was im kommenden Jahr sein wird, weiß kein Mensch. Alle potenziellen Investoren planen also in den Nebel hinein", kritisiert Plank. Die derzeitigen Zielsetzungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien schätzt Plank als "zu wenig ambitioniert" ein. "Ich sehe überhaupt kein Problem, einen Anteil von fünfzig Prozent umzusetzen", betont Plank. Nachsatz: "Als erste Etappe." "Andere Länder haben die Chancen erkannt" In anderen Ländern habe man die ökonomischen Chancen, die sich durch die erneuerbaren Energien ergeben, bereits erkannt und massiv genutzt. China übernimmt immer mehr auch eine Führungsrolle bei der Entwicklung und Produktion von Technologien. Österreichische und europäische Erzeuger müssten daher danach trachten, bei Forschung und Entwicklung immer einen Schritt voraus zu sein. "Das Potenzial dazu haben wir, aber das Bewusstsein dafür ist noch nicht ausreichend vorhanden", bemängelt Plank. "Das Prinzip des ökologisch und ökonomisch nachaltigen Arbeitens" Während in Europa also noch immer viele Kritiker dem Potenzial der erneuerbaren Energien skeptisch gegenüber stehen, will Plank in seiner Funktion als Geschäftsführer der RENERGIE, einem Tochterunternehmen der Raiffeisen-Holding NÖ-Wien, Chancen nutzen und Projekte realisieren. "Der Fokus unserer Investitionstätigkeit liegt derzeit auf Österreich, Deutschland, Polen und der Slowakei", erläutert Plank. Basis aller RENERGIE-Tätigkeiten ist das Prinzip des ökologisch und ökonomisch nachhaltigen Arbeitens. "Jedes Projekt muss auch finanziell auf soliden Beinen stehen, das ist ganz entscheidend", betont Plank abschließend. Zuletzt beteiligte sich die RENERGIE in Niederösterreich am Bau eines Kleinwasserkraftwerks im Bezirk Neunkirchen, die Anlage an der Feistritz wird im Herbst 2011 in Betrieb gehen. Raiffeisenzeitung (Ausgabe 26-27, 1. Juli 2010) |
|



